*so hier gibts nun den nächsten teil, sorry das es so lange gedauert hat*
– 47 – (Erinnerungen)
Alle Lichter im Haus waren aus. Nelly und Justin waren schon längst gegangen und die beiden Frauen lagen in ihren Betten und schliefen. Mala lief die Treppen nach oben und geradewegs in das Zimmer von Chiara. Leise öffnete sie die Tür und trat an ihr Bett. Chiara lag auf der Seite, und Mala streckte ihre rechte Hand zu ihrem Gesicht aus. Sie schloss ihre Augen und als sie sie wieder öffnete, da leuchteten ihre Augen weiß. „Hapyy Birthday, Chiara.“
Chiara öffnete ihre Augen und schaute in die weißen Augen von Mala. Sie hörte gerade noch wie sie ihr zum Geburtstag gratulierte, obwohl der ja schon seit ein paar Stunden vorbei war, als sie ihre weiß leuchtenden Augen sah. Die Feuerrose in ihr erwachte, doch es war zu spät. Sie hatte einen Moment zu spät reagiert.
Mala unterdrückte mir ihrer Kraft die Feuerrose. Sie spürte wie diese sich wehrte, dagegen ankämpfte, doch es es war schon zu spät gewesen. Mala war bereits in die Gedanken von Chiara eingedrungen. Sie schauten sich in die Augen, und verharrten so.
Chiara fühlte wie ihre Seele aus ihrem Körper gedrängt wurde. Aber es war auch ein Gefühl dass sie noch nie gespürt hatte. Es war nicht unangenehm. Nur etwas kühl. Und dann sah sie ganz viel Bilder an sich vorbeiziehen. Einige ganz schnell, andere konnte sie genau erkennen:
Glückliche Menschen, die zusammen lebten, als ein großer Stamm; Streit; Menschen die sich gegenseitig Beschuldigten; Morde geschahen, nicht nur Erwachsene, auch Kinder; zwei Seiten die sich gegenseitig bekriegten; ein großer Krieg;
Lichtwesen, sich unter die Menschen der einen Seite mischten; Vampire, die auf der anderen Seite kämpften; ein noch größer Krieg; Hütten und Häuser zerstört; Familien auseinander gerissen; Sklaven;Menschen, Lichtwesen und Vampire die versklavt werden; Lichtwesen die sich mit den Menschen vereinen, um noch stärker zu werden; Vampire die dies nicht tun können, weil sie die Menschen dabei töten würden; Hass, unbändiger Hass auf beiden Seiten
Die Bilder wurden Chiara zu viel. Sie wollte wegschauen, ihre Augen schließen, doch das brachte nichts. Sie sah die Bilder vor ihrem geistigem Auge wieder. >>Aufhören. Diese Bilder sollen aufhören.<< Doch die Bilder verschwanden nicht. Immer und immer wieder liefen sie an ihr vorbei, wie in einem Film. Und dann, als sie sich eines der Bilder näher anschaute, obwohl sie es eigentlich gar nicht vorhatte, stutzte sie. Unter all diesen Menschen sah sie ein kleines Mädchen. Erst wusste sie nicht, warum sie das Mädchen so interessierte, doch als sie sich das Gesicht genauer betrachtete, erkannte sie es. Es war das Gesicht von Mala. Einem kleinen eingeschüchterten Mädchen, einem Kind, dass das Blut von Mensch und Lichtwesen in sich vereinte. Sie klammerte sich an eine Frau, deren Gesicht nicht zu erkennen war, sehr wohl aber, wie diese plötzlich tot zusammensackte. Ihr ganzer Körper war übersät mit Blut.
Das kleine Mädchen fing an zu rennen. Es rannte immer weiter. Wollte in den Wald, wo sie sich verstecken konnte, doch sie war zu langsam. Ihre Verfolger holten sie ein, umstellten sie und wollten auch sie töten. Das Mädchen kauerte auf dem Boden, kniff die Augen zusammen. Wusste, dass nun auch sie sterben musste.
Aber dann geschah etwas mit dem kleinen Körper. Er fing plötzlich an zu leuchte, immer stärker, sodass die Vampire zurückweichen mussten. Und dann war es vorbei.
Das Mädchen lag bewusstlos auf dem Boden und hatte eine Platzwunde am Kopf. Einer der Vampire war hinter sie getreten, hatte sich dem Licht entgegengestellt, wobei er verletzt wurde und hatte sie bewusstlos geschlagen.
Der verletzte Vampir beugte sich über das Kind und drehte es auf den Rücken. Was nun geschah, konnte Chiara nicht erkennen, etwas zerrte an ihr. Wollte sie zurück in ihren Körper holen. Doch sie wehrte sich, sie wollte wissen was aus dem Mädchen wurde. Das Bild wurde verschwommen, doch trotzdem sah sie es. Auf ihrer Stirn war eine Narbe, ein halber Stern. Das Mädchen saß mit leeren, ausdruckslosen Augen da und verbeugte sich vor den Vampiren. Sie war zu einem Sklave der Vampire geworden.
Justin hatte so ein ungutes Gefühl und wollte noch einmal nach Chiara schauen und Nelly hatte sich bereit erklärt mitzukommen. Und dann spürten sie es. Beide gleichzeitig. Wie eine Kraft freigesetzt wurde, die nicht von Chiara stammte. Sekundenbruchteile sahen sie sich an, dann rannten sie los um nur wenig später vor Chiaras Fenster zu sein. Sie sahen wie Mala mit ausgestreckter Hand über Chiara stand und sich die beiden in die Augen schauten, sie schienen wie erstarrt.
Justin ließ ein knurren vernehmen. Und Nelly ging es nicht anders.
Sie öffnete das Fenster, stürmte hinein und während sie Mala festhielt, dafür sorgte, dass sie nicht weiter mit ihrer Kraft auf Chiara einwirken konnte, hatte Justin sich über sie gebeugt. Er rief ihren Namen, versuchte sie zu erreichen, wo immer sie auch war. „Schaff sie hier raus, bevor ich sie umbringe, sofort!“ Justins Stimme war eiskalt und seine Schwester wusste, dass das keine leere Drohung war. Mala wehrte sich zwar, doch Nelly befahl ihr, mit all ihrer Macht, sich ruhig zu verhalten und Mala musste gehorchen. Nelly hielt ihr die Hände hinterm Rücken fest zusammen, zerrte sie aus dem Fenster und brachte sie weg.
Während dies alles geschah, achtete keiner von ihnen darauf, dass es noch eine weitere Person gab, die das Geschehen mit angesehen hatte. Sie hatte ihre Hand erhoben und hielt einen Anhänger, in der Form eines Rosenblattes, in ihrer Hand. Doch sobald die beiden Vampire das Zimmer betreten hatte, hatte sie ihre Hand gesunken und den Anhänger eingesteckt. Noch einen Moment hatte sie die Szene beobachtet, dann war sie gegangen.































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