Kapitel 4: Forks
Wie Chiara es nicht anders erwartet hatte, regnete es, als sie den kleinen Mietwagen über die Straßen von Forks fuhr. Hier war alles so grün. Egal, in in welche Richtung man blickte, überall grün. Sie fuhr durch die verlassenen Straßen. Klar, wer verließ schon bei so einem starken Regen freiwillig das Haus? Als sie ein kleines Lokal sah. Nicht gerade schön, aber anscheinend das Einzige hier, beschloss sie einen kurzen Stopp einzulegen. Denn jetzt machte sich ihr Magen bemerkbar.
Sie fuhr den Wagen auf den Parkplatz, nahm ihre Handtasche und den Schirm und stieg aus.
Als sie ein paar Minuten später das kleine Lokal betrat, sah sie, dass nicht viel los war. Lediglich ein älteres Ehepaar saß ganz hinten in einer Ecke und unterhielt sich leise.
„Guten Abend, kann ich Ihnen helfen?“, fragte eine Frau. Chiara musterte die Frau. Sie war nicht gerade schlank, die schwarzen Haare zu einem Zopf geflochten und ein freundlich dreinblickendes Gesicht.
„Ja, ich würde gerne eine Kleinigkeit essen.“ Die Frau nickte und führte Chiara zu einem Tisch am Fenster. Sie bestellte ein Glas Coca-Cola und einen Salat. Während sie auf das Essen wartete, holte sie aus ihrer Handtasche einen zusammengefalteten Zettel heraus und breite ihn vor sich auf dem Tisch aus. Es zeigte eine ungefähre Wegbeschreibung, wo das Haus ihrer Tante lag. Aber wenn sie sich das jetzt so betrachtete, hatte Chiara keine Ahnung, wo genau das sein sollte.
Die Frau brachte das Essen und sah den Zettel vor Chiara liegen. „Das Sie neu hier sind, ist mir gleich aufgefallen. Ich kenne nämlich Jeden hier in der Stadt“, fing die Kellnerin auch sogleich an zu sprechen und stellte den Teller vor Chiara ab. „Stimmt, jetzt wo ich Sie so sehe, sie haben eine gewisse Ähnlichkeit mit Emilia Lanned, ich kannte sie zwar nur flüchtig, aber...... Das ist Ihre Tante nicht? Sie sind die Erbin von Emilia Lanned.“ Chiara nickte nur. „Oh das ist ja so großartig, dass muss ich gleich meinem Mann erzählen, wenn ich nach Hause komme. Er wird es mir bestimmt nicht glauben können, das eine Lanned, in unserem kleinen Lokal war. „Das wird bestimmt neue Kundschaft anlocken, da bin ich ganz sicher.“
Chiara seufzte leise. Was war den daran so schlimm, in einem Lokal zu essen und war es auch noch so klein? Sie wusste es nicht, aber auch das würde sie herausfinden. Sie hatte beschlossen, alles über ihre Tante herauszufinden. Und auch dieses Rätsel würde sie lösen. Aber bevor die Kellnerin, weiter mit sich selbst sprechen konnte, unterbrach Chiara sie: „Entschuldigen Sie, aber könnten sie mir sagen, wie ich zu dem Haus komme?“ Sie zeigte auf den kleinen, roten Kreis. Die Kellnerin schaute sich die Karte an und überlegte einen Moment. „Ich bin mir nicht ganz sicher. Wissen Sie, noch nie war irgendjemand von uns bei dem Grundstück Ihrer Tante, naja, es ist ja jetzt Ihr Grundstück, deshalb kann ich Ihnen den Weg auch nur ungefähr beschreiben.
Chiara ließ sich von der Kellnerin den Weg beschreiben, aß ihren Salat auf und verließ anschließend das Lokal. Als sie ging, merkte sie, das sowohl die Kellnerin, als auch das ältere Ehepaar sie beobachteten. Bestimmt würden sie gleich anfangen zu tratschen, sobald sie ins Auto gestiegen und der Motor angesprungen war.
Chiara stieg ins Auto ein und fuhr wieder auf die Straße. Es war mittlerweile so dunkel geworden, dass sie kaum etwa sah. Auch die Scheinwerfer halfen ihr nicht viel weiter. Sie würde bestimmt eine ganze Weile brauchen, bis sie das Haus ihrer Tante gefunden hatte. Zumal es nicht in der Stadt lag, sondern etwas außerhalb, was die Sache nicht gerade einfacher machte.
Lesezeichen