Die Geschichte der Telepathin
Kapitel: 1 Epilog
Mit geschlossenen Augen stand ich unter der Dusche und ließ das lauwarme Wasser an meinem Körper hinunter laufen. Ein halbes Jahr ist nun vergangen, seit ich Deutschland verlassen habe. Hier in Japan hatte mein neues Leben angefangen. Am Anfang war es schwer für mich gewesen, doch mittlerweile habe ich mich eingewöhnt. Schuldig hatte mir beigebracht, wie ich eine Blockade errichten konnte, um mich vor fremden Gedanken zu schützen. Meine Kräfte konnte ich jetzt auf jeden Fall besser kontrollieren als vorher. Aber Schwierigkeiten habe ich immer noch ein bisschen. Üben. Das war das einzige was ich dagegen machen konnte. Ich drehte das Wasser zu und wickelte mich in eines der weichen Handtücher. Gerade hatte ich die Tür geöffnet und wollte auf mein Zimmer gehen, als Schuldig plötzlich vor mir stand. Schweigend und mit einem Lächeln auf dem Gesicht, musterte er mich von oben bis unten, nur um dann zu sagen: „Du weißt, das wir spätestens in einer halben Stunde los müssen“.
„Ja, bin gleich fertig. Gib mir zehn Minuten“, damit verschwand ich in meinem Zimmer.
Kapitel 2: der Auftrag
Schuldig saß auf dem Sofa und blickte zum x-ten-mal auf die Uhr. 10 Minuten vorbei … 15 Minuten vorbei … 20 Minuten vorbei … 25 Minuten vorbei …
„Entschuldige, aber ich konnte mich nicht entscheiden, was ich anziehen soll“, sagte Sora und trat ins Zimmer.
„Sag mal weißt du eigentlich, wie lange du gebraucht hast?“ Schuldig war kurz vorm explodieren.
„Du sagtest doch, spätestens in einer halbe Stunde. Und wir haben… noch vier Minuten“. Schweigend stand Schuldig auf, verließ die Villa und stieg in seinen Wagen. „Das gibt nur wieder Ärger. Crawford wird mich umbringen“.
„Das hat er schon öfters gesagt“, meinte Sora und schnallte sich an. Schuldig schaute Sora von der Seite an, ließ seine Gedanken aber unausgesprochen. Er wusste nicht, wie viel er ihr schon verraten konnte. Außerdem hatte er nicht die Erlaubnis seines Leaders. Er musste also warten.
Eine knappe halbe Stunde später hielt der rote …Wagen vor einem der Regierungsgebäuden. Die beiden stiegen aus. Ohne auf die Leute zu achten, die sich nach ihnen umdrehten, betraten sie das Regierungsgebäude und stiegen in den Fahrstuhl. „Ich gebe dir einen gut gemeinten Rat. Egal was gesagt wird, halt den Mund“. Sora nickte. Das war das erste Mal, dass sie auf ein Geschäftstreffen mit durfte. Innerlich war sie aufgeregt, aber sie versuchte es sich nicht anmerken zu lassen. Der Fahrstuhl öffnete sich und die beiden stiegen aus. Sie betraten einen weißen Flur, mit vereinzelten Bildern an der Wand und einen Boden aus weiß-schwarzem Marmor. Jeder Schritt den sie machten, hallte ihnen nach. Sora sah sich fasziniert um. >>Ich wusste gar nicht, dass ihr für die Regierung arbeitet.<<
>>Tun wir auch nicht.<< Sora sah Schuldig fragend an. Was suchten sie dann in einem Regierungsgebäude? Doch bevor sie die Frage weitergeben konnte, erblickte sie Crawford. Wie immer in einem makellosen Anzug mit Krawatte. „Ihr seit spät dran“, war die einzige Begrüßung die er gab, bevor er an die Tür klopfte und eintrat. Sora folgte und zum Schluss Schuldig.
Neugierig, aber so, dass man es ihr nicht ansah, ließ Sora den Blick durch das Büro wandern. Ein großes Büro, auch hier mit weißen Marmorfliesen. Vor ihr ein Schreibtisch aus Buche. Links und rechts je zwei Regale. Drei davon waren mit Büchern voll gestellt. In dem Vierten standen lauter Bilderrahmen, doch sie konnte nicht erkennen, wer darauf zu sehen war. Die hintere Wand bestand nur aus Fenstern. Ein guter Blick auf die ganze Stadt, wären nicht die Jalousien unten, um die Sonne fernzuhalten. Schräg neben dem Schreibtisch stand ein kleines Sideboard mit verschiedenen Flaschen Alkohol.
„Ah, da sind Sie ja“. Der Mann hinter dem Schreibtisch sah sie kühl an. „Wie ich bereits hörte, waren Ihr Vorbereiten erfolgreich“.
„Ja, Herr Kakuji. Darf ich Ihnen vorstellen, das ist Sora“. Crawford schaute kurz zu Sora und diese trat auf ihn zu, da sie mit Schuldig etwa zwei Schritten weiter hinten stehen geblieben war als ihr Leader. „Sie kommt aus Deutschland und besitzt die gleichen Fähigkeiten wie…“ „Ja, aber ist sie auch soweit und kann den Auftrag ausführen?“ fiel Herr Kakuji Crawford ins Wort. Einen Moment herrschte Stille. >>Was meint er Schuldig?<< fragte Sora in Gedanken. Doch sie prallte an eine Wand. Schuldig lies sie nicht in seine Gedanken.
„Ja, das ist sie“, antwortete nun Crawford.
„Gut, dann gehen Sie. Sie bekommen Ihre Anweisung so bald es mir möglich ist“. Crawford nickte und die drei verließen das Büro.
Kapitel 3: Antworten
Sora saß auf dem Sofa in der Schwarz-Villa, mit einer Tasse Tee in der Hand. Ihr gegenüber Schuldig und Crawford. Beide sahen sie ernst an und hatten die ganze Fahrt über kein Wort mit ihr gesprochen. Sie wollte ein paar Antworten und sie würde nicht eher aufstehen, bis sie welche bekommen hatte. Was für ein Auftrag sollte sie ausführen und wieso hatte Schuldig gesagt, sie arbeiteten nicht für die Regierung, obwohl sie doch bei einem der Politiker waren, auch wenn sie noch nie von diesem Mann gehört hatte. In die Gedanken von Schuldig konnte sie nicht eindringen. Er hatte sie schon die ganze Zeit abgeblockt.
„Könntet ihr mir jetzt endlich erzählen, was los ist?“ Sora sah beide fragend an.
„Es gibt einen Grund, warum du noch am Leben bist“, begann Schuldig. Mit einem kurzen Blick zu seinem Leader fuhr er weiter: „Ich bin der Grund, warum du als Baby nicht gestorben bist“.
„Das habe ich mir gedacht, als ich deine Stimme zum ersten Mal hörte“, unterbrach Sora ihn. „Ja, das ist schon richtig, aber lass mich zu Ende erzählen Sora“. Schuldig sah sie an. „Damals, ich war gerade 6 Jahre alt, als Crawford mich von Rosenkreuz gerettet hat, war nicht nur ich, sondern auch mein Körper so ausgemagert, dass kaum noch die Hoffnung bestand, dass ich überlebte. Crawford erzählte mir später, dass ich mehrere Tage im Fieber lag und kaum Flüssigkeit zu mir genommen hatte, bevor ich auf dich gestoßen bin. Schon damals waren meine Kräfte außergewöhnlich stark, als ich in weiter Ferne eine schwache Kraft wahr nahm. Ich spürte sie. Zwar nur ganz schwach, doch ich merkte, dass wir uns gar nicht so unähnlich waren und ich dich unbedingt kennenlernen wollte. Deshalb habe ich dich davon abgehalten, zu sterben.
Ich wollte dich kennen lernen. So rettete ich dir das Leben und fand gleichzeitig die Kraft, selbst weiter zu leben. Man kann also sagen, du bist mein Anker gewesen und hast mir neue Kraft und neuen Mut gegeben, um weiterzuleben“. Stille. Sora wusste nicht, was sie sagen sollte.
„Also immer, wenn ich nicht mehr konnte, nicht mehr weiterleben wollte, warst du es, der mich davon abhielt? Die ganze Zeit?!“ Schuldig nickte. „Und du wusstest die ganze Zeit, wo ich bin?“.
„Nein. Sonst wäre ich viel früher in dein Leben getreten und hätte dir so Manches an Qualen erspart. Aber selbst mit Crawfords Fähigkeiten, in die Zukunft zu sehen, konnte er uns nicht helfen, dich zu finden. Bis vor einem halben Jahr.
„Wie?“ war das Einzige, was sie fragte.
„Nagi, ebenfalls ein Mitglied von uns, hatte sich in den Computer von Rosenkreuz gehackt, um uns Informationen zu beschaffen – was hiermit nicht das Geringste zu tun hat – und durch Zufall ist er auf eine Datei gestoßen, die Informationen über eine Telepathin enthielt. Crawford beauftragte mich, der Sache nachzugehen und das tat ich auch.
Den Informationen zufolge, sollte die Person in einem kleinen Blumenladen aushelfen. Als ich den Laden betrat und deine Gedanken las, wusste ich, dass du das Mädchen bist, das mir damals half. Du warst das Baby, dem ich das Leben rettete und das Kind, was ich unzählige Male davor bewahrt habe, sich das Leben zu nehmen“.
„Das ist ja alles schön und gut und ich freue mich auch, dass du mir das endlich erzählst, aber was hat das alles mit dem Auftrag zu tun? Und wieso sagst du, arbeitet ihr nicht für die Regierung? Wir waren doch in einem der Regierungsgebäude. Da kommt man nur hinein, wenn man dort arbeitet“. Erneut wechselte Schuldig einen Blick mit Crawford.
„Es ist schon spät. Wir reden morgen früh weiter“, meinte Crawford und stand auf. Für ihn war das Gespräch beendet. „Schuldig du kannst doch nicht...“ „Das Gespräch ist beendet. Du solltest jetzt in dein Zimmer gehen“. Crawford sah Sora mit einem kühlen Blick an. Stur erwiderte sie diesen, stand dann jedoch auf und ging in ihr Zimmer.
Kapitel 4: neue Fragen
Der Vollmond schien und erleuchtete mein Bett, das direkt unter dem Fenster stand. Ich lag auf dem Bett, die Arme hinter den Kopf verschränkt und ließ noch einmal alles Revue passieren, was Schuldig mir vor wenigen Minuten erzählt hatte. Ich hatte mir ja schon gedacht, dass er derjenige war, der mir vor 20 Jahren das Leben rettete. Doch ich sollte sein Anker gewesen sein, als es ihm schlecht ging? Das konnte ich nicht glauben. Es konnte ja sein, dass es stimmte. Aber warum erzählte er es mir jetzt? Und was hat das mit dem Auftrag zu tun? Ich hatte keine Ahnung. Um mich abzulenken, nahm ich einen Schluck aus der Wasserflasche, die neben meinem Bett stand.
Da fiel mir plötzlich ein, was Schuldig noch gesagt hatte, nachdem er mir mitteilte, er könne mir helfen. Er sagte, er hätte noch einen Job zu erledigen. Hatte es etwas damit zu tun? Ich wusste es nicht. Aber darauf würde ich ihn morgen früh ansprechen. Genauso, warum Crawford das Gespräch plötzlich beendet hatte, als ich nach dem Auftrag fragte. Da musste doch ein Zusammenhang bestehen. Was verheimlichten sie mir?
Kapitel 5: der Vorfall
Als Sora am Morgen aufwachte, merkte sie, dass etwas nicht in Ordnung war. Es roch nicht, wie jeden Morgen, nach Kaffee und auch sonst war es viel zu still. Sie schlug die Decke zurück, stand auf und verließ ihr Zimmer. Vielleicht hatte sie sich das ja auch nur eingebildet, doch dem war nicht so. Totenstille. Sie rannte die Treppe hinunter in die Küche, die sich im Erdgeschoss befand. Am Türrahmen blieb sie wie versteinert stehen. Kein frischer Kaffee, kein Crawford und kein Schuldig, die sich zankten. „Nagi bist du da?“, rief Sora. Doch sie erhielt keine Antwort. „Was ist hier los?“, fragte sie sich. Sie rannte wieder nach oben und bleibt vor der Tür zu Crawfords Büro stehen. Sie holte tief Luft, klopfte an und wartete. Keine Antwort. Vorsichtig öffnete sie die Tür und trat ein. Niemand war da. Sie wollte schon wieder gehen, als sie sah, dass der Laptop an war. >>Den hat er noch nie angelassen, wenn er weg ist.<< Langsam trat sie hinter den Schreibtisch und blickte auf dem Bildschirm. Ein kleines Fenster in der Ecke zeigte ihr, dass eine E-Mail gekommen war. >>Soll ich sie öffnen oder ignorieren? Wenn Crawford mich erwischt gibt es Ärger. Andererseits er ist ja nicht da.<< Sie ließ sich auf dem Stuhl nieder und öffnete die E-Mail.
Der Auftrag wurde geändert. Um 5.00 Uhr am Hafen B3.
Dort wartet ihr Informationspartner.
Sora verstand nicht. Was hatte diese E-Mail zu bedeuten? >>Was heißt, der Auftrag wurde geändert?<< Sora las sich erneut die Mail durch. Was hatte das zu bedeuten? 5.00 Uhr, es war bereits 8.00 Uhr vorbei. Solange konnte doch kein Auftrag dauern. „Hafen B3“, merkte sich Sora und ging wieder zurück in ihr Zimmer.
Zur gleichen Zeit am Hafen B3:
„Wir haben Ihnen die Informationen gegeben, die sie wollten. Also ist unser Auftrag erledigt“. Crawford sah die Männer an. Immer noch hielten sie ihre Waffen auf sein Team gerichtet. Es wäre ein Leichtes für sie, diese Männer auszuschalten, doch sie wollten wissen, wer sie in die Falle gelockt hatte. Also mussten sie warten. >>Crawford, ich spüre eine weiter Person, die sich uns nähert<< hörte der Leader die Stimme von Schuldig in seinem Kopf.
>>Wer ist es?<<
>>Kann ich nicht sagen>>
>>Gut, dann warten wir<< Kaum merklich nickte Schuldig.
„Geben Sie uns, was wir wollen Herr Crawford und wir ziehen uns zurück ohne, dass jemandem etwas passiert“, sprach ein kleiner, dicker Mann in einem blauen Anzug. Crawford schwieg einen Moment. „Sora wollte nur mit ihnen kommen?!“ lächelte er.
„Sie gehört uns. Niemand, außer unserer Organisation, hat Anspruch auf ihre Kräfte“.
„Sie hatte sich bereits entschieden, als sie ins Flugzeug einstieg. Sie gehört Ihnen nicht. Sie wird, wenn dann für uns Arbeiten“.
„Herr Crawford. Wir wissen doch beide, dass Sie Sora nicht die ganze Wahrheit gesagt haben. Sie haben Angst, dass sie sich gegen Sie wendet und für uns entscheidet“. Crawford schwieg.
„Ich gehöre niemand. Meine Entscheidungen treffe ich alleine. Niemand bestimmt mein Leben“, hörten sie plötzlich eine Stimme. Die Männer, mit den Waffen in der Hand, drehten sich um. Doch es war zu spät. Mit Kopfschmerzen, die sie noch nie hatten, ließen sie ihre Waffen fallen und krümmten sich auf dem Boden. Schuldig drehte sich in die Richtung aus der die Stimme kam. >>Sora was machst du hier?<< fragte er, doch sie blockte ihn ab.
„Habe ich nicht das Recht selbst zu entscheiden?“, fragte sie und ging weiter auf den kleinen, dicken Mann zu. Dieser wollte wegrennen, doch er konnte sich nicht bewegen. Keinen Millimeter.
„Sora was tust du da. Hör auf!“ mahnte Crawford, doch Sora ignorierte ihn. Mit zitternder Hand zog der Mann eine Pistole hervor und hielt sie sich an die Schläfe.
>>Sora lass das! Wir wollen wissen, wer uns in die Falle gelockt hat!<< Schuldig versuchte in ihre Gedanken einzudringen. Doch noch immer blockierte sie ihn. „Sora nicht“, doch es war zu spät. Der dicke Mann drückte ab. Peng. Leblos sackte der Körper in sich zusammen und eine Blutlache breitete sich auf dem Boden aus. Erst jetzt gelang es Schuldig ihre Barriere zu durchbrechen. >>Warum hast du das gemacht?<<
„Warum verratet ihr mir nicht die Wahrheit? Was soll ich nicht wissen, was macht euch solche Angst?“, fragte Sora.
„Das reicht. Bring sie zum Schweigen Schuldig“, gab Crawford die Anweisung. Schuldig nickte und zwang Sora zur Bewusstlosigkeit. Doch bevor sie auf den Boden fallen konnte, fing er sie auf.
„Es wird Zeit für Erklärungen sein, wenn sie wieder zu sich kommt“, meinte Schuldig und sah seinen Leader an. Crawford sah ein das es an der Zeit war, Sora alles zu erzählen.
Kapitel 6: die ganze Wahrheit
Mit Kopfschmerzen wachte Sora auf und fand sich angezogen in ihrem Bett wieder. Wie lange sie Bewusstlos gewesen war, konnte sie nicht sagen. Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Doch als sie aus dem Fenster schaute, war es bereits dunkel. Sie setzte sich auf und wartet bis das Schwindelgefühl nachgelassen hatte, bevor sie hinunter ins Wohnzimmer ging. Wieder einmal herrschte Stille.
Als sie das Wohnzimmer betrat, saßen dort bereits Crawford, Schuldig und Nagi. Sie redeten nicht ein Wort miteinander. Ohne ein Wort zu sagen, setzte sich Sora in einen der schwarze Ledersessel. Sie wusste genau, was vorgefallen war und wer sie in die Bewusstlosigkeit getrieben hatte.
„Es ist Zeit, dir die ganze Wahrheit zu erzählen, Sora“. Crawford sah Sora an und hoffte, dass sie seinem Blick erwidere. Doch sie starrte zu Boden.
„Was sollte das am Hafen? Wer waren diese Leute?“
„Sie gehören zu Rosenkreuz. Wie ich bereits sagte, hatte Crawford mich vor Ihnen gerettet als ich 6 Jahre alt war. Und nachdem sie heraus fanden, dass es eine weitere Telepathin gibt, versuchten sie, an dich heranzukommen. Du warst noch unerfahren und das ist es, was Rosenkreuz will. Deine Kräfte für sich beanspruchen. Dafür ist ihnen jedes Mittel recht.
Als ich nach Deutschland kam und dich beobachtete, merkte ich, dass auch Rosenkreuz dich beobachtete. Ich musste etwas dagegen unternehmen“.
„Und was hast du gemacht?“
„Sie getötet“, antwortete Schuldig kalt. Sora zuckte unmerklich zusammen und erinnerte sich, wie die den Mann dazu zwang, sich zu erschießen.
„Wir arbeiten nicht für die Regierung. Wir sind Auftragskiller. Und dieser Besuch im Regierungsgebäude war nur ein Job. Eigentlich solltest du den übernehmen, doch nach Crawfords Vision beschlossen wir, alleine zu gehen. Ohne dich. Du warst noch nicht so weit“. „Hättet ihr mir das früher gesagt, hätte ich doch selbst entscheiden können. Aber dazu ist es jetzt zu spät. Warum aber, habt ihr nicht zugelassen, dass mich Rosenkreuz bekommt? Nur wegen meinen Kräften?“.
„Wenn Rosenkreuz dich in die Finger bekommt, werden sie mit dir Experimente machen, dich quälen, so wie mich. Solange, bis dein Widerstand gebrochen ist und du ihnen dienst. Das sind ihre Methoden“.
„Und eure? Warum habt ihr mich zu euch geholt? Damit ich für euch arbeite, für euch töte?“
„Wir wollten nur nicht, dass du Rosenkreuz in die Hände fällst…“, mischte sich nun auch Crawford in das Gespräch ein. „…Sobald du deine Kräfte kontrollieren konntest, wollten wir dir alles erzählen und dich fragen. Doch nachdem du hierher gekommen warst, änderte sich alles. Du bist so froh gewesen, deine Kräfte nicht verstecken zu müssen und hast „fast“ wie ein normaler Mensch gelebt. Du hast gelacht, dich gefreut und deine Trauer vergessen. Als wir dies sahen, wussten wir, wenn wir dir alles erzählen würden, würdest du dein Lächeln verlieren und das wollten wir nicht. Keiner von uns“.
Kapitel 7: vergangene Zeiten
Wieder einmal war so eine beschissene Nacht, wo ich auf dem Bett lag und nachdachte. Das tat ich in letzter Zeit ziemlich häufig. Warum taten mir immer dann die Leute weh, wenn ich anfing, ihnen zu vertrauen? Ich lag auf der Seite und weinte leise. Seit langer Zeit weinte ich mal wieder. Immer hatte ich versucht, stark zu sein, doch jetzt konnte ich meine Tränen nicht länger zurück halten. Wollte es auch nicht. „Weine ruhig Sora. So kannst du dich abreagieren, ohne Andere zu verletzten“, hatte Maya einmal zu mir gesagt. Ich erinnerte mich noch genau, wie Maya mich damals in die Arme genommen hatte – wie ein kleines Kind – und mich mit ihren sanften Worten beruhigt hatte. Doch jetzt wollte ich alleine sein. Ich hatte eine Blockade errichtet, um mich vor allen Gedanken zu verstecken. Wenigstens für einen Moment.
Kapitel 8: der Verräter
Nagi und Schuldig saßen Crawford in seinem Büro gegenüber und schwiegen sich schon eine geschlagene Minute an. „Warum sollte ausgerechnet Er uns in die Falle locken? Was hat er davon?“ brach Nagi endlich das Schweigen.
„Das weiß ich auch nicht, aber es würde einen Sinn ergeben, wenn er für Rosenkreuz arbeiten würde“, warf Schuldig ein.
„Hier herum zu sitzen und zu diskutieren, bringt uns auch nicht weiter. Wir werden Ihm einen kleinen Besuch abstatten“. Crawford sah die beiden an. Diese begriffen, worauf ihr Leader hinaus wollte und standen schweigend auf.
Schuldig stand vor Soras Tür und wollte gerade klopfen, als er leises Schluchzen vernahm. Mitten in der Bewegung hielt er inne. >>Sora<< versuchte er es in Gedanken, doch er stieß auf eine Blockade. Leise seufzte er. „Sora wir müssen noch mal weg, sind aber bald wieder da“, sprach er nun. Doch Sora antwortete ihm nicht. Da Schuldig auch nicht mit Gewalt ihre Blockade durchbrechen wollte, beließ er es dabei und verließ, ohne einen weiteren Versuch die Villa. Sein Leader und Nagi saßen bereits im Auto und warteten auf ihn.
Das schwarze Auto hielt auf dem Parkplatz vor dem Regierungsgebäude in einer Ecke, die nicht beleuchtet war. Drei Personen stiegen aus. „Es wird kein Problem sein, an den beiden Wachmännern vorbei zu kommen. Schuldig, du kümmerst dich um sie. Nagi, du machst dich auf den Weg zum Sicherheitsbüro und vernichtest die Aufzeichnungen der Überwachungskameras“, gab Crawford seine Anweisungen.
Sie betraten das Regierungsgebäude und trennten sich. Nagi blieb im Erdgeschoss, während sich die anderen beiden auf dem Weg ins oberste Stockwerk waren.
Lautlos sackte die Wache vor Herr Kakujis Büro zusammen. Ohne anzuklopfen wurde die Tür geöffnet und Crawford und Schuldig traten ein.
„Was soll das?“, fragte Herr Kakuji und drehte sich zu der Tür um. Als er die beiden Männer sah, wurde sein Gesicht ganz blass.
„Ich habe Sie nicht hierher bestellt. Also verlassen Sie auf der Stelle mein Büro“, schrie der Mann. >>Aber wir wollen nicht gehen<< hörte er Schuldigs Stimme in seinem Kopf. >>Wir wollen uns mit Ihnen unterhalten.<<
„Crawford sagen sie Ihrem Telepathen dass er augenblicklich aus meinen Gedanken verschwinden soll“.
„Beantworten Sie uns ein paar Fragen“, meinte dieser nur kühl und ignorierte die panische Stimme seines Auftraggebers. „Warum haben Sie versucht uns in eine Falle zu locken?“
„Ich weiß nicht wovon Sie reden. Ahhh. Herr Kakuji presste die Hände an seinen Kopf. >>Sind Kopfschmerzen nicht etwas Schönes?!<< Schuldig grinste.
„Sie arbeiten für Rosenkreuz“. Die Worte von Crawford ließen Herrn Kakuji zusammenzucken. Dieser fing plötzlich an, panisch zu werden und schrie: „Sora gehört Rosenkreuz. Ihre Kräfte gehören Rosenkreuz. Und Sie werden sie bekommen und dann werden sie euch vernichten“. Peng. Glassplitter fielen zu Boden und nur Sekundenbruchteile später lag Herr Kakuji leblos auf dem Boden.
„Er hat uns in die Falle gelockt und Rosenkreuz hat ihn zum Schweigen gebracht, damit er ihre Pläne nicht verrät“. Schuldig sah seinen Leader an. „Gehen wir, Nagi wartet schon am Auto auf uns. Hier gibt es nichts mehr zu tun“. Die beiden Schwarz drehten sich um und verließen das Regierungsgebäude.
Kapitel 9: Projekt Sora
Ein dunkler Raum, doch jeden Schritt, den die Person machte, hallte an den Wänden wieder. „Wie konnte das passieren. Herr Kakuji hatte lediglich den Auftrag gehabt, Sora an den Hafen B3 zu locken. Dort hätten wir, Rosenkreuz, sie erwartet und Sora wäre jetzt in unserem Besitz. Aber nein. Dieser Dummkopf war noch nicht einmal in der Lage, diesen einen Auftrag auszuführen“, regte sich die Person auf. Sie ließ sich auf den Schreibtischstuhl nieder und schloss die Augen. >>Sora gehört uns. Nur wir haben das Recht, ihre Kräfte zu besitzen. Sie wird uns gehören. Ich werde wohl jemand anderen beauftragen müssen, sich um das Projekt Sora zu kümmern. Jemand, der zuverlässig ist. Jemand, der Soras Kräften gleichgestellt ist.<<
Leise wurde die Tür geöffnet und eine Frau mit langen Haaren trat ein. Auch ihr Gesicht lag im Dunkeln. „Du kommst gerade recht Mika. Du kannst mich bestimmt ablenken“, sprach die Person in einem etwas sanfterem Ton.
„Das habe ich bis jetzt immer geschafft. Doch du solltest dich jetzt ausruhen. Denk an dein Herz, es braucht Ruhe.“ Die Frau trat von hinten an die Person heran und umarmte diese von hinten. „Ich verspreche dir. Sora wird bald in unseren Händen sein. In den Händen von Rosenkreuz. Und dann werden wir in die nächste Phase des Projekts Sora eintreten können. Das wird mein Geschenk für dich sein“. Ein kühles Lächeln spiegelte sich auf dem Gesicht der Person wieder.
Kapitel 10: zurück nach Deutschland
Die Nacht war hereingebrochen und dunkle Wolken verdeckten den Mond. Sora saß auf ihrem Bett und betrachtete das Foto von ihrer Freundin und ihr. Zu ihren Füßen lag ein gepackter Koffer. „Ich kann nicht hier bleiben. Es tut mir leid Maya. Am Tag meiner Abreise, nach Japan, war ich an deinem Grab und habe dir versprochen, dass hier mein neues Leben beginnen wird. Ein Leben, in dem ich nicht mehr alleine bin und mich vor den Menschen verstecke. Aber ich habe einen Menschen getötet. Durch meine Kraft, meine Gedanken ist ein Mensch gestorben. Seitdem habe ich Albträume und kann kaum noch schlafen. Es ist besser so“. Sora stand auf und legte den Brief den sie geschrieben hatte auf den Schreibtisch. Dazu eine gelbe Rose. >>Eine Rose, in derselben Farbe, wie du sie mir bei unserer ersten Begegnung geschenkt hast, schenke ich nun dir. Ein Abschiedsgeschenk für dich.<<
Ein letzter Blick zum Mond, der noch immer von schwarzen Wolken bedeckt war. Sora schloss die Augen. Jetzt würde sie erst mal versuchen zu schlafen und wenn sie die Augen wieder öffnete, würde sie in Deutschland sein. >>Maya, ich komme zurück nach Deutschland.<<
Ende Teil 2
So das war der 2 Teil der FF,
wünsche viel Spaß beim lesen,
die Chara Sora, Maya und Herr Kakuji sind selbst erfunden, die anderen gehören net mir
wann ein dritter Teil kommt, bleibt noch offen
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