So etwas hatte Chiaki noch nie gegessen. Sie konnte nicht beschreiben, wie es schmeckte, aber das war wirklich das beste, was sie bis jetzt gegessen hatte. Aiva und Miaru traten zu ihnen. Gemeinsam suchten sie ein Gasthaus, das sie, nach gar nicht langer Zeit der Suche fanden. Aiva bezahlte die Zimmer und verließ dann wieder das Gasthaus. Er wollte noch etwas in der Stadt erledigen. Miaru ging hinaus in den Hinterhof. Lenny folgte Chiaki nach oben und ging dann in sein Zimmer, während Chiaki in ihr Zimmer ging.
Sie setzte sich auf ihr Bett und holte aus ihrer Tasche das Buch, welches der Bibliothekar ihr geschenkt hatte. Sie schlug die erste Seite auf. Doch diese war leer. „Komisch, als ich in der Bibliothek das Buch geöffnet habe, hab ich doch gesehen, das die Seite beschriftet waren.“ Chiaki blätterte das Buch durch. Doch auf keine der Seiten, war auch nur ein Buchstabe zu sehen. Sie konnte es nicht glauben. Erneut blätterte sie durch die Seiten, aber sie blieben leer. Sie konnte sich das nicht erklären. Aber die Seiten mussten doch beschrieben sein. Welcher Bibliothekar würde denn ein Buch verschenken, wenn die Seiten leer sind? Noch dazu hatte er sich aufgeregt, warum die Jugend heutzutage keine Bücher las. Seufzend, legte sie das Buch zur Seite und gäähnte herzhaft. Obwohl es erst später Nachmittag war, war Chiaki müde. Kaum hatte sie sich zugedeckt und die Augen geschlossen, war sie auch schon eingeschlafen.
Als Chiaki erwachte, ging die Sonne gerade auf. Noch einen Moment blieb sie liegen, dann aber stand sie auf und trat ans Fenster. Sie liebte den Sonnenaufgang und beobachtet ihn gerne. Die Sonnenstrahlen fielen in ihr Zimmer, genau auf das Buch, welches noch immer neben dem Kopfkissen lag. Chiakis Blick folgte den Sonnenstrahlen und sah, wie das Buch anfing zu leuchten.
Langsam ging sie auf das Buch zu und nahm es in die Hand. Kaum hatte sie es berührt, fing die Luft an zu vibrieren. Chiaki hatte Mühe zu Atmen. Mit jeder Sekunde die verging, fiel es ihr schwerer. Nur langsam schaffte sie es, sich zu bewegen und öffnete das Buch. Sie musste die Augen schließen, denn es kam ihr so vor, als ob die Sonnenstrahlen sie mitten ins Gesicht trafen. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an das Licht. Als sie wieder sehen konnte, sah sie, das auf der ersten Seite ein Wort stand. Doch es war alt. Sehr alt. „Ein Runenwort.“
Chiaki schaute es sich an und merkte, dass ihr schwindelig wurde. Sie wusste nicht wieso. Aber sie merkte, dass die Luft um sie herum plötzlich unerträglich heiß wurde. Sie kam sich vor, als währe sie in der Wüste und noch heißer. Sie konnte es gar nicht beschreiben, so heiß war es. Sie konnte das Runenwort lesen. Das merkte sie, als sie ein zweites mal auf das Wort blickte und sie sprach es aus: „Sonne!“
Kaum hatte sie das Wort ausgesprochen, konnte Chiaki nicht mehr atmen. Es wurde immer heller und heißer. Die Luft vibrierte und ein heller Klang war zu hören. Dann geschah alles ganz schnell. Chiaki wurde durch die Luft geschleudert und prallte gegen die Wand. Das Licht wurde immer heller und wurde schließlich so hell, das Chiaki für einen Moment das Bewusstsein verlor.
Als sie wieder zu sich kam, lag sie auf dem Holzboden. Ihr Rücken schmerzte und eine Platzwunde zirrte ihre Stirn. Blut lief hinunter. Etwas musste sie am Kopf getroffen haben. Doch sie sah zu verschwommen um zu sehen, was es war. Das helle Licht war verschwunden und das Buch lag auf dem Boden.
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