School Days TV ist einer dieser Anime, um die ich normalerweise einen sehr sehr großen Bogen mache. Harem und Hentai-Games entsprechen nunmal überhaupt nicht meinem Geschmack. Dennoch war ich bezüglich School Days TV verdammt neugierig, da ich mit Screenshots der letzten Episode gespoilert wurde. Also hab ich meine Vorurteile gegenüber dieser Serie mal beiseite gelegt und mich rangewagt.
Was die Story angeht, so war mir von Anfang an klar, dass es sich um genau genommen
irgendwas handelt. Eine tatsächliche Handlung existiert meiner Meinung nach gar nicht. Die Serie lebt mehr durch die Persönlichkeiten der Charaktere. Ein Handlungsablauf ist also kaum zu definieren. Man kann den Plot nur so weit wirklich rüberbringen, indem man einfach erklärt, dass der Schüler Makoto, obwohl er mit dem Mädchen Kotonoha zusammen ist, Gefühle für seine beste Freundin Saionji entwickelt. Mit Gefühlschaos ist also zu rechnen!
Wie schon erwähnt, lebt School Days TV von den Charakteren. Den Hauptchara Makoto halte ich für überaus originell und gewagt. Man findet sehr selten einen Anime (oder auch Film, Buch, etc), in dem die Hauptperson eigentlich
der Böse ist. Klar, Makoto wirkt für viele als umsympathisch. Meiner Meinung nach entspricht er genau dem Bild eines pubertierenden Schülers. Ganz ehrlich, wer von den männlichen Zusehern würde sich nicht am liebsten alle süßen Mädels aus School Days TV unter'm Nagel reißen?! Viele Kommentare über diesen Anime kritisieren Makoto. Meiner Meinung nach sollte man doch eher die Mädchen kritisieren, da die zu dumm und einfältig sind und den männlichen Verstand nicht raffen.
Wenn ich schon bei den Mädchen bin... Saionji ist wohl oder übel der symapthischste weibliche Charakter. Sie hat Persönlichkeit, sieht halbwegs
normal aus (d.h. keine übertrieben Oberweite, keine gnadenlose Haarpracht, etc) und sorgt für eine angenehme Stimmung. Einen gewaltigen Minuspunkt bekommt sie natürlich dadurch, weil sie auf Makoto steht. Aber leider handelt es sich um einen Harem Anime, also war das ja vorauszusehen. Kotonoha hingegen entspricht überhaupt nicht meinem Geschmack. Mädchen, die kein Wort aus sich herausbringen und keinen Platz im Leben finden, sind Charaktere, die bei vielen den Beschüterinstinkt wecken, bei mir hingegen Brechreiz.
Die Animation (im Vergleich zu den Charakteren) ist ein wenig besser gelungen. Zwar kein Meilenstein, aber dennoch anschaubar, wie man es oft von Hentai-Game-Anime kennt.
Was die Musik angeht, so muss ich gestehen, dass ich nicht mal realisiert habe, dass es ein Intro oder Outro gibt. D.h. ich habe jedesmal das Intro/Outro übersprungen, da es sich nicht wirklich gelohnt hat, sich das Opening oder Ending anzuhören. Ein gutes Opening trägt meiner Meinung nach viel zum Gesamtbild des Anime bei. Bei School Days TV ging das ganze nach hinten los. Mich konnte weder Intro noch Outro überzeugen.
So, und jetzt kommen wir endlich zu meinem Lieblingspunkt: nämlich, was School Days TV an Unterhaltung bietet.
Es mag sich jetzt verdammt seltsam anhören, doch meiner Meinung nach ist School Days TV einer der witzigsten Anime, die ich je gesehen habe. Ich musste wirklich sehr oft lachen, aber nicht, weil die Handlung oder die Charaktere so witzig waren. Sondern, weil ich in jeder Episode voraussagen konnte, was genau passiert.
Ein Beispiel:
Als Saionji bemerkt, dass es zwischen Makoto und ihr nicht mehr so läuft, dachte ich mir nur, wetten sie ist jetzt schwanger.
Man kann den Plot richtig erahnen.
Aber School Days TV ist nicht nur witzig, sondern auch stinklangweilig. Zumindest was die ersten sieben bis acht Episoden angeht. Erst als dieses Skandalverhalten losgeht, bekommt die Serie ein wenig Biss. Dennoch kann der ach-so-grandiose Schluss, der meiner Meinung nach gar nicht so grandios sondern eher übertrieben war, mein Gesamtbild nicht retten.
Obwohl School Days TV eine kurze Serie, die man sich jederzeit mal wieder ansehen könnte, ist, würde ich mir nur unter Einfluss von Engelsstaub diesen Seifenopernquatsch reinziehen. Es mag sich ein wenig fies anhören, aber Serien wie School Days TV dienen vielen sowieso nur als perverse Fantasieanreger. Das ist eine Tatsache. Deswegen gibt es ja auch Hentai-Games und die entsprechenden Anime dazu. Wer also diese Art Anime steht, bitte: Nur zu! Ich brauch's nicht!
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